Kurz gesagt: Das D3-Visum ist Portugals Aufenthaltsvisum für hochqualifizierte Fachkräfte, Lehrende, Forschende und Kulturschaffende aus Nicht-EU-Staaten. Voraussetzung ist ein Arbeitsvertrag, eine Einladung einer Hochschule oder die Erklärung eines Tech-Visa-zertifizierten Unternehmens. Für Angestellte gilt eine Mindestgehaltsgrenze, 2026 je nach Weg ab rund 1.343 € bis gut 2.150 € brutto im Monat. Der große Vorteil gegenüber anderen Visa: Die Familie kann sofort mitkommen, ohne die seit 2025 geltende Wartezeit von zwei Jahren.
Portugal sucht Fachkräfte, besonders in IT, Technik, Medizin und Forschung. Das D3 ist dafür der schnellste reguläre Weg. Wir erklären, wer es bekommt, welche Gehaltsgrenzen gelten und wo es in der Praxis hakt.
Deutsche, Österreicher, Schweizer und alle EU-Bürger dürfen in Portugal ohne Visum arbeiten. Das D3 ist relevant, wenn Sie selbst eine Nicht-EU-Staatsangehörigkeit haben, oder wenn Ihr Unternehmen für seine portugiesische Niederlassung Fachkräfte aus Drittstaaten einstellt, etwa Entwickler aus Indien, Ingenieure aus der Türkei oder Ärzte aus Brasilien.
Das Ausländergesetz meint Tätigkeiten, die besondere Fachkenntnisse oder eine passende Qualifikation erfordern. Typisch sind Führungs- und Managementpositionen sowie Fachleute in Wissenschaft, IT, Ingenieurwesen, Medizin, Bildung, Kultur und Recht. In der Regel wird ein Hochschulabschluss erwartet (ISCED-Stufe 6) oder eine gleichwertige Qualifikation mit Berufserfahrung.
Weg | Für wen | Kernvoraussetzung | Gesetzliche Frist Visum |
|---|---|---|---|
Art. 61 | Lehre, Forschung, hochqualifizierte oder kulturelle Tätigkeit | Vertrag oder Einladung einer Hochschule, eines Forschungs- oder Kulturinstituts | 30 Tage |
Art. 61-A | Hochqualifizierte Angestellte | Vertrag oder Zusage über mindestens 6 Monate, Gehalt über der Grenze | 60 Tage |
Tech Visa | Mitarbeitende eines bei IAPMEI zertifizierten Unternehmens | Erklärung des Unternehmens, Vertrag über mindestens 12 Monate | 60 Tage |
Daneben gibt es die Blaue Karte EU für hochqualifizierte Angestellte. Sie erleichtert später einen Wechsel in andere EU-Länder. Welcher Weg der richtige ist, hängt vom Vertrag, vom Gehalt und vom Arbeitgeber ab.
Das Gesetz legt die Grenzen als Vielfache fest: des nationalen Durchschnittsgehalts oder des Sozialindex IAS (2026: 537,13 €). Die Werte ändern sich jährlich.
Weg | Regel | Richtwert (Bruttomonat) |
|---|---|---|
Art. 61-A, allgemein | 1,5 × Durchschnittsgehalt oder 3 × IAS | 2.157 € (von der AIMA veröffentlicht, Referenz 2023) bzw. 1.611 € (3 × IAS 2026) |
Art. 61-A, Mangelberufe | 1,2 × Durchschnittsgehalt oder 2 × IAS | 1.726 € (Referenz 2023) bzw. 1.074 € (2 × IAS 2026) |
Tech Visa | 2,5 × IAS | 1.343 € (2026) |
Die AIMA hat für 2026 keinen aktualisierten Wert auf Basis des Durchschnittsgehalts veröffentlicht. Unser Rat: Vereinbaren Sie ein Gehalt deutlich über der Grenze, nicht knapp daran, und fragen Sie beim Konsulat nach, welchen Wert es aktuell anwendet. Quellen: AIMA, Art. 90 und Portaria 480-A/2025.
Liegt das Gehalt darunter, ist das D1-Arbeitsvisum für reguläre Angestellte die Alternative, allerdings mit Wartezeit beim Familiennachzug.
Beim Tech Visa lässt sich das Unternehmen bei der Förderbank IAPMEI zertifizieren. Es stellt der Fachkraft eine Erklärung aus, die mehrere Nachweise ersetzt, darunter Existenzmittel und Vorstrafenfreiheit. Bewerber müssen mindestens 18 Jahre alt sein, Portugiesisch, Englisch, Französisch oder Spanisch beherrschen und einen Abschluss auf ISCED-Stufe 6 haben (oder Stufe 5 mit fünf Jahren außergewöhnlicher Erfahrung).
Wichtig aus der Praxis: Die Erklärung des Unternehmens gilt nur sechs Monate. Verzögert sich der AIMA-Termin, muss die Firma eine neue ausstellen. Die aktuelle Zertifizierungsperiode bei IAPMEI läuft bis 31. Dezember 2026; eine neue Periode ist noch nicht angekündigt.
Die Checkliste Ihres Konsulats geht vor. Grundlage ist die Liste des MNE für Aufenthaltsvisa.
Wer bereits legal in Portugal ist, kann den Aufenthaltstitel unter Umständen direkt bei der AIMA beantragen und vom Visum befreit werden. Seit Lei 62/2026 genügt bei einem Arbeitgeberwechsel eine Mitteilung an die AIMA, solange die Voraussetzungen weiter erfüllt sind.
Posten | Betrag (Stand 2026) | An wen |
|---|---|---|
Visumgebühr | 110 € (Forschende befreit) | Konsulat |
Prüfung des Antrags | 133,00 € (99,80 € ermäßigt) | AIMA |
Erteilung des Titels | 114,30 € (85,80 € ermäßigt) | AIMA |
Visumbefreiung bei Antrag im Inland | 307,20 € (230,40 € ermäßigt) | AIMA |
Tech-Visa-Zertifizierung des Unternehmens | kostenlos | IAPMEI |
Die alte Visumgebühr von 90 € gilt seit März 2025 nicht mehr; die AIMA-Gebühren werden jedes Jahr im März angepasst.
Seit Lei 61/2025 gilt für den Familiennachzug in Portugal grundsätzlich eine Wartezeit von zwei Jahren. Inhaber eines Aufenthaltstitels für hochqualifizierte Tätigkeit (Art. 90) und der Blauen Karte EU sind davon ausgenommen. Ehepartner und Kinder können also sofort nachziehen oder ihr Visum gleichzeitig beantragen.
Das Nachfolgeprogramm des alten NHR heißt IFICI. Es bietet zehn Jahre lang 20 % Einkommensteuer auf Einkommen aus bestimmten qualifizierten Tätigkeiten, wenn Sie in den fünf Jahren davor nicht in Portugal steuerpflichtig waren. Die Anmeldung muss bis 15. Januar des Folgejahres erfolgen. D3-Profile haben deutlich bessere Chancen als andere Visa, ein Automatismus ist es aber nicht: Ob Tätigkeit und Arbeitgeber passen, sollte ein Steuerberater vorab prüfen. Wir bieten keine Steuerberatung an, vermitteln aber gerne erfahrene Partner.
Nach fünf Jahren können Sie einen unbefristeten Aufenthaltstitel beantragen. Für die portugiesische Staatsbürgerschaft gelten seit 19. Mai 2026 (Lei Orgânica 1/2026) zehn Jahre für die meisten Nicht-EU-Bürger und sieben Jahre für Bürger portugiesischsprachiger Länder, gezählt ab dem ersten Aufenthaltstitel. Kinder, die in Portugal geboren werden, erhalten die Staatsangehörigkeit nur, wenn ein Elternteil seit mindestens fünf Jahren legal hier lebt.
Pearls of Portugal begleitet seit 2010 Fachkräfte, Familien und Unternehmen beim Umzug nach Portugal, von Porto aus im ganzen Land:
Die Entscheidung über das Visum trifft der portugiesische Staat. Wir sorgen dafür, dass Ihr Antrag vollständig und rechtzeitig vorliegt. Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch oder lesen Sie unsere Übersicht Visa für Portugal sowie den Leitfaden zum D2-Visum für Selbstständige.
Das D3-Visum ist ein Aufenthaltsvisum für hochqualifizierte Fachkräfte, Lehrende, Forschende und Kulturschaffende aus Nicht-EU-Staaten. Es setzt einen Vertrag, eine Einladung oder eine Tech-Visa-Erklärung voraus und führt zu einem Aufenthaltstitel für zunächst zwei Jahre.
Für hochqualifizierte Angestellte gilt das 1,5-Fache des Durchschnittsgehalts oder das Dreifache des IAS; die AIMA nennt 2.157 € brutto im Monat (Referenz 2023), 3 × IAS ergeben 2026 rund 1.611 €. Beim Tech Visa reichen 2,5 × IAS, 2026 rund 1.343 €. Vereinbaren Sie sicherheitshalber ein Gehalt deutlich darüber.
Das Tech Visa ist ein beschleunigter Weg innerhalb des D3 für Mitarbeitende von Unternehmen, die bei IAPMEI zertifiziert sind. Das Unternehmen stellt eine Erklärung aus, die mehrere Nachweise ersetzt; sie gilt sechs Monate.
Das Konsulat hat je nach Weg 30 oder 60 Tage für die Entscheidung, die AIMA danach 90 Tage für den Aufenthaltstitel, in Ausnahmefällen 120. In der Praxis sollten Sie mit drei bis neun Monaten bis zur Aufenthaltskarte rechnen.
Ja. Familienangehörige von Inhabern eines Titels für hochqualifizierte Tätigkeit oder der Blauen Karte EU sind von der zweijährigen Wartezeit ausgenommen und können ihr Visum gleichzeitig beantragen.
Nein. EU-Bürger und Schweizer dürfen in Portugal ohne Visum arbeiten. Das D3 ist für Nicht-EU-Bürger gedacht, zum Beispiel Fachkräfte, die ein deutsches Unternehmen für seine portugiesische Niederlassung einstellt.
Das D3 ist für Angestellte und Lehrende mit hochqualifizierter Tätigkeit und Vertrag in Portugal. Das D2 ist für Selbstständige und Unternehmer, die ihr eigenes Geschäft in Portugal aufbauen.
Ja. Seit Lei 62/2026 genügt eine Mitteilung an die AIMA, solange die neue Stelle die Voraussetzungen ebenfalls erfüllt.
Nein. IFICI gewährt zehn Jahre lang 20 % Einkommensteuer auf Einkommen aus bestimmten qualifizierten Tätigkeiten, wenn Sie fünf Jahre lang nicht in Portugal steuerpflichtig waren. D3-Profile erfüllen das oft, aber nicht immer; die Anmeldung muss bis 15. Januar des Folgejahres erfolgen.
Für die meisten Nicht-EU-Bürger nach zehn Jahren legalem Aufenthalt, für Bürger portugiesischsprachiger Länder nach sieben Jahren, jeweils ab dem ersten Aufenthaltstitel. Einen unbefristeten Aufenthaltstitel gibt es weiterhin nach fünf Jahren.
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