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Erben einer Immobilie

Zum Kauf einer Immobilie in Portugal gehört leider auch die Frage, was im Falle des Ablebens passiert und wie die Immobilie vererbt werden kann. Dem einen ist es egal, was nach seinem Tod mit der Immobilie passiert. Andere möchten diese gerne nach ihren eigenen Vorstellungen  der Nachwelt hinterlassen. Viele Erben stehen neben dem Verlust des Angehörigen auch plötzlich vor der Herausforderung, die Erbschaftssteuer einer Immobilie in Portugal zu ermitteln. Finanziell gibt es dabei einiges zu beachten, um keine Probleme mit dem deutschen oder portugiesischen Fiskus zu bekommen.  Um Überraschungen beim Thema Erbrecht zu vermeiden, was sich zwischen Deutschland und Portugal deutlich unterscheidet, sollte man sich auch diesbezüglich vor allem als Erblasser genau informieren.

Wir zeigen im Laufe des Artikels Grundsätzliches zum Thema Erbschaftssteuer und  Erben einer Immobilie in Portugal auf. Der Normalfall ist dabei ein in Deutschland ansässiger Erbe und eine in Portugal vererbte Immobilie. In der Realität sind die Gegebenheiten meistens aber etwas komplexer / emotionaler und wir empfehlen daher gerne einen Fachanwalt, der Sie bezüglich Testament oder einem konkreten Erbfall kompetent begleiten kann.

Wer gilt als Erbe?

Seit 2009 sind der Ehegatte oder der unverheiratete Lebenspartner, die Nachkommen – Kinder und Enkelkinder – und die Abkömmlinge – Eltern und Großeltern – von der Stempelsteuer befreit. Diese Familiengruppe wird als legitime Erben bezeichnet. Obwohl sie keine Erbschaftssteuer zahlen müssen, sind diese Familienmitglieder verpflichtet, das erhaltene Vermögen beim Finanzamt anzumelden. Das bedeutet, dass alle anderen Begünstigten (z. B. Geschwister oder Neffen der verstorbenen Person) die Stempelsteuer auf das Erbe zahlen müssen, die auf 10 % des zu versteuernden Vermögens festgesetzt ist.

Wenn es kein Testament gibt, das etwas anderes bestimmt, gibt es eine Reihenfolge, in der die Erben zum Erbe berufen sind. Und damit kein Zweifel daran besteht, was unter Verwandten zu verstehen ist, stellt das Gesetz eine Rangfolge auf, in der die Erben zu finden sind:

  • Ehegatte und Abkömmlinge;
  • Ehegatte und Verwandte in aufsteigender Linie;
  • Geschwister und deren Abkömmlinge;
  • Andere Verwandte bis zum vierten Grad; Status.

Wenn es keine Verwandten gibt, die als rechtmäßige Erben in Frage kommen, fällt das Erbe an den Staat.

Eine wichtige Tatsache, wenn man über Erbschaften spricht, ist, dass sie nicht immer ein Synonym für Vermögen sind. Auch Schulden und Steuern können Teil des Vermächtnisses sein, das der Verstorbene hinterlassen hat. Die Erben können das Erbe ausschlagen oder annehmen und sind damit von diesen Lasten befreit.

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Was sind Erbschaftsbefugnisse in Portugal?

Jede Person in Portugal hat das Recht, einen Teil ihres Vermögens an eine beliebige Person zu übertragen, auch wenn diese nicht mit ihr verwandt ist. Das portugiesische Erbrecht erlaubt es Ihnen jedoch nicht, Ihr gesamtes Vermögen nach Belieben zu verteilen. Mindestens 50 % des persönlichen Vermögens eines Verstorbenen werden im Rahmen der Zwangsvererbung an den rechtmäßigen Ehegatten, die leiblichen und/oder adoptierten Nachkommen ausgeschüttet.

Tatsächlich können Sie nur über 1/3 Ihres Vermögens frei verfügen und es derjenigen Person überlassen, die Sie in Ihrem Testament bedenken. Dies wird als verfügbarer Anteil bezeichnet. Die restlichen 2/3 sind der unverfügbare (oder legitime) Anteil und müssen unter Ehegatten, Kindern und Vorfahren (Eltern, Großeltern und Urgroßeltern) aufgeteilt werden. Diese Verwandten haben immer Anspruch auf einen Anteil am Nachlass und können nicht enterbt werden, unabhängig vom Willen des Erblassers.

Um herauszufinden, ob es zum Zeitpunkt des Todes ein Testament gab oder nicht, sollte man eine Bescheinigung beim Institut für Registrierung und Notariat beantragen. Befindet sich der Eigentümer des Nachlasses zum Zeitpunkt des Todes in einem Scheidungsverfahren, wird der Ehepartner nicht in das Erbe einbezogen.

Für welche Waren gilt die Stempelsteuer?

Die Stempelsteuer gilt für folgende Güter:

  • Rustikale und städtische Immobilien
  • Bewegliche, zulassungspflichtige Güter (Autos, Motorräder, Boote, Flugzeuge, Gewehre und Pistolen)
  • Sonstige bewegliche Güter (Anlagegold, Kunstwerke, Urheberrechte, Bankkonten, Aktien u.a.)

Für welche Güter gilt sie nicht?

Das Gesetz schließt eine Reihe von Gütern von der Besteuerung aus, nämlich:

  • Waren für den persönlichen Gebrauch, wie Kleidung, Schuhe und Schmuck;
  • Hausrat, zum Beispiel Hausrat, mit Ausnahme von Kunstwerken
  • Ansprüche aus Lebensversicherungen;
  • Renten und Zuschüsse der Sozialversicherung;
  • Anlagen in Altersvorsorgefonds (PPR), Bildungssparfonds (PPE), Altersvorsorge-/Bildungssparfonds (PPR/E), Aktiensparfonds (PPA), Pensionsfonds oder Wertpapier- und Immobilienfonds;
  • Familienbeihilfe, die beim Tod des Inhabers aussteht;
  • Spenden nach dem Mäzenatentumgesetz, z.z.B. an karitative oder religiöse Einrichtungen;
  • Sach- oder Geldspenden bis zu einem Betrag von 500 Euro;
  • Übertragungen zugunsten von IRC-Steuerpflichtigen, wie z.B. eines Unternehmers.

Wie meldet man geerbtes Vermögen beim Finanzamt an?

Innerhalb von 48 Stunden sollte man die Sterbeurkunde beim Standesamt einreichen und die Erbenbescheinigung. In der Regel ist der älteste Erbe verpflichtet, als Nachlassverwalter zu dienen, die beim nationalen Standesamt oder am Erbschaftsschalter durchgeführt werden kann.

Die Familie hat drei Tage Zeit, um die Steuerbehörde über den Tod ihres Angehörigen zu informieren. Sie müssen eine Sterbeurkunde und den Personalausweis des Verstorbenen und der jeweiligen Erben vorlegen.

Wenn sich die Erben einigen, kann das Vermögen beim Standesamt oder beim Erbschaftsschalter aufgeteilt werden. Kommt keine Einigung zustande, muss die Angelegenheit auf dem Rechtsweg geregelt werden.

Wie wird die Stempelsteuer berechnet?

Zur Ermittlung des steuerpflichtigen Werts von Immobilien berücksichtigt die Steuerbehörde den steuerpflichtigen Vermögenswert. Bei eingetragenen Immobilien ohne Vermögenswert oder mit einem Wert, der nicht durch die IMI-Vorschriften aktualisiert wird, verwendet die Steuerbehörde den durch Bewertung ermittelten Wert oder den angegebenen Wert, je nachdem, welcher höher ist.

Wie bereits erwähnt, unterliegt die Erbschaft der Stempelsteuer in Höhe von 10 %, und zur Berechnung der auf die Erbschaft zu zahlenden Steuer wird der Satz mit dem steuerpflichtigen Wert des gesamten erhaltenen Vermögens multipliziert.

Im Falle einer Immobilie beispielsweise entspricht der Wert dem steuerpflichtigen Vermögenswert (VPT). Bei einer Immobilie mit einem steuerpflichtigen Wert von 500.000 Euro würde die zu zahlende Stempelsteuer 50.000 Euro betragen (500.000 Euro x 10% = 20.000 Euro). Und bei anderen Vermögenswerten – wie sieht die Besteuerung aus?

Welche Dokumente erhalte ich, wenn ich eine Immobilie erbe?

Wo wird die Erbschaftsteuer gezahlt?

Ab August 2015 gilt die EU-Erbrechtsverordnung, welche das anwendbare nationale Recht zunächst einmal an dem Wohnsitz des Verstorbenen festmacht. Für Todesfälle nach dem 17.08.2015 gilt also für Deutsche oder Portugiesen, die in Portugal verstorben sind, portugiesisches Erbrecht. Als Deutscher können Sie sich aber per notarieller Verfügung dazu entscheiden, das deutscher Erbrecht in Anspruch zu nehmen.  Nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 des deutschen Erbschaftsteuergesetzes (ErbStG) besteht jedoch eine unbeschränkte Erbschaftsteuerpflicht, wenn der Erbe zum Zeitpunkt des Erbfalls Inländer im Sinne des ErbStG war. Als Inländer gilt nach dieser Bestimmung, wer seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat. Dies gilt auch bei deutschen Staatsangehörigen, die nicht länger als fünf Jahre im Ausland ansässig sind. Sind Sie Inländer und erben eine Immobilie in Portugal,  unterliegen sie daher in Deutschland auch grundsätzlich der Steuerpflicht. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Erblasser Ausländer war oder die Erbschaft im Ausland angefallen ist. Dies gilt auch, wenn der Nachlass nach portugiesischem Recht abgewickelt wird.

Welche Steuern fallen als Inländer an?

Zwischen Deutschland und Portugal besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen, was  aber  in Bezug auf die Erbschaftsteuer nicht greift. Da kein Doppelbesteuerungsabkommen gilt, fällt die portugiesische Immobilie unter die deutsche und portugiesische Erbschaftsteuer. Auf Antrag kann die in Portugal gezahlte Erbschaftsteuer unter den in § 21 ErbStG unter gewissen Voraussetzungen auf die in Deutschland zu zahlende Erbschaftsteuer angerechnet werden. Die meisten Erben sind von der Zahlung der Erbschaftssteuer in Portugal aber befreit. Die Befreiungen gelten für die Witwe oder den Witwer, die Verwandten in aufsteigender Linie und die Nachkommen (Kinder und Enkel). Liegt keine Befreiung von der Erbschaftssteuer vor, fällt  eine Erbschaftssteuer von 10 % an. 

Erster Schritt: Meldung des Todesfalls und Erklärung der Erbschaftsteuer in Portugal

Der erste Schritt ist die Meldung des Todes einer Person an die Steuerbehörde Steuer- und Zollbehörde in Portugal. Dies wird durch den Nachlassverwalter getan. Der portugiesische Nachlassverwalter ist für die Abwicklung aller Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Erbe bis zu seiner Verteilung an die Erben verantwortlich. Der Todesfall und die Erbschaftsteuer (Stempelsteuerpflicht) müssen der Steuer- und Zollbehörde bis zum Ende des dritten Monats nach dem Sterbemonat gemeldet werden. 

Zweiter Schritt: Identifikation der Erben

Um die Erbschaftsteuer zu erklären, muss der Nachlassverwalter mehrere Dokumente einreichen, darunter ein ausgefülltes Formular, eine Liste der zum Nachlass gehörenden Vermögenswerte, die Sterbeurkunde, Personalausweise und Steueridentifikationsnummern des Verstorbenen und seiner Erben sowie alle relevanten Testamente oder Urkunden. Das portugiesische Nachlassverfahren erfolgt über ein notarielles Erbenfeststellungsverfahren und bedarf der Durchführung einer notariellen Beurkundung (Escritura Pública de Habilitação dos Herdeiros). Dem portugiesischen Notar ist die Sterbeurkunde und falls vorhanden, ein Testament vorzulegen, aus welchem sich die testamentarische Erbfolge ergibt. In einem notariellen Testament kann der deutsche Erblasser das deutsche Erbrecht wählen. Dann wird er nach deutschem Recht beerbt.  Ist kein Testament vorhanden, ist in der Regel ein Gutachten oder eine Erklärung vorzulegen, woraus sich die gesetzliche Erbfolge ergibt. Die Erbfolge muss durch entsprechende Urkunden belegt werden. 

Dritter Schritt: Anzeigepflicht der Erbschaft in Deutschland nachkommen und ggfs. Erbschaftsteuererklärung einreichen

In Deutschland gibt es eine Anzeigepflicht (gemäß § 30 ErbSt), unter die auch eine geerbte portugiesische Immobilie fällt. Sie müssen die Erbschaft dem Finanzamt innerhalb von drei Monaten nach Kenntnis der Erbschaft anzeigen. Das Finanzamt kann den Erben dazu auffordern, eine Erbschaftsteuererklärung einzureichen. Dies geschieht nicht, wenn der Wert des Erbes unter den erbschaftsteuerlichen Freibeträgen der Erben liegt. Wenn das Finanzamt einen Erben zur Abgabe einer Erbschaftsteuererklärung auffordert, muss dieser ein Nachlassverzeichnis mit Wertangaben einreichen. 

Frederik Pohl
Frederik Pohl, GF
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